Elf Static-Site-Generatoren später — was 2026 noch Sinn ergibt
Astro, Eleventy, Hugo, Zola, Pelican, Jekyll, Hexo, Gatsby, Next.js (statisch), Nuxt (statisch), Bridgetown. Eine pragmatische Sortierung — welcher SSG wofür gut ist, wo Astro 2026 das Default geworden ist und warum Eleventy weiter eine Nische dominiert, die niemand sonst füllt.
Die Liste der Static-Site-Generatoren ist 2026 nicht kürzer geworden — sie ist nur unübersichtlicher. Wer ein neues Projekt startet, hat realistisch elf ernsthafte Optionen. Die folgende Notiz versucht, die Wahl auf drei Achsen aufzuspannen: Inhalts-Volumen, Geschwindigkeits-Anforderung, Komponenten-Bedarf. Daraus fallen drei Default-Empfehlungen heraus.
Die drei brauchbaren Defaults
Astro ist 2026 das Default für Magazin- und Doku-Sites. Komponenten-basiert (mit .astro-Files, die TSX/JSX im Frontmatter erlauben), aber per Default null JavaScript im Output. Content-Collections mit Zod-Schemas für Frontmatter-Validierung. Eingebaute Image-Optimierung mit sharp. Die Build-Performance ist mit Vite/Rolldown solide. Wir benutzen Astro hier selbst und sind nach drei Monaten zufrieden.
Eleventy (11ty) bleibt der Spezialist für maximale Einfachheit. Keine JavaScript-Komponenten, keine virtuelles DOM, keine Build-Konfiguration jenseits der .eleventy.js. Wer ein Blog mit 200 Markdown-Files baut und nie Komponenten-Komposition braucht, schreibt mit Eleventy weniger Code. Die Sprünge in Version 3 (ESM-First) haben das Ecosystem mitgenommen — Eleventy ist 2026 noch lebendig.
Hugo ist der Pflichtwerkzeug für sehr große Sites (10.000+ Seiten). Go-Binary, sub-Sekunden Builds auch bei großen Magazinen. Die Theme-Sprache ist umständlich (Go-Templates), die Lernkurve steil. Aber wenn ein Newsroom 100 Artikel pro Tag publiziert, ist Hugo immer noch das einzige Tool, das in unter einer Sekunde durchbaut.
Die fünf, die man wahrscheinlich nicht braucht
- Gatsby — 2026 effektiv tot. Vercel hat die Maintainer übernommen, das Projekt ist im Archiv-Modus. Keine neuen Plugins, keine GraphQL-Verbesserungen. Wer eine Gatsby-Site hat, sollte einen Migrationspfad zu Astro vorbereiten.
- Next.js statisch (
output: 'export') — funktioniert, ist aber Overkill für reinen Static-Content. Wenn du nicht ohnehin Next.js für andere Teile brauchst, ist Astro weniger Komplexität. - Nuxt statisch — gleicher Punkt für Vue-Projekte.
- Jekyll — funktioniert, aber das Ruby-Toolchain-Setup ist 2026 niemandes Komfort-Zone mehr. Migration zu Eleventy oder Hugo lohnt.
- Hexo — leistungsfähig, aber die Dokumentation ist halb-Chinesisch. Wer das mag, nutzt es weiter; sonst eher nicht.
Die zwei interessanten Außenseiter
- Zola — Rust-Binary, ähnliche Use-Cases wie Hugo, deutlich saubere Templating-Sprache (Tera). Wenn dich Go-Templates abschrecken, ist Zola die freundlichere Alternative.
- Bridgetown — Jekyll-Fork mit moderner Plugin-API. Niedrige Aufmerksamkeit, aber sehr stabile Builds. Wenn du historisch in Jekyll-Land bist und nicht migrieren willst, ist Bridgetown die Update-Brücke.
Entscheidungsbaum
Ein Versuch, die Wahl auf drei Fragen zu reduzieren:
- Wie viele Seiten generierst du? Bis 1.000: alles passt. 1.000–10.000: Astro oder Hugo. Über 10.000: Hugo oder Zola.
- Brauchst du Komponenten-Komposition? Ja: Astro. Nein: Eleventy oder Hugo.
- Hast du JavaScript-Code für interaktive Teile? Ja: Astro mit Islands. Nein: alles aus der Liste oben.
Das funktioniert für 80% der Indie-Web-Projekte. Die anderen 20% — Multi-Site-Setups, Mehrsprachigkeit mit Sprach-Routing, Performance-Edge-Fälle — brauchen eine eigene Recherche.
Was sich seit dem letzten Vergleich verändert hat
- Astro hat mit Content-Layer-API und View-Transitions sein Feature-Set deutlich erweitert.
- Eleventy ist auf 3.0 (ESM-First) gesprungen ohne Breakage in der Community.
- Hugo hat Bilder-Pipelines integriert, die früher Plugins brauchten.
- Gatsby ist im Maintenance-Modus.
Wer heute neu startet: Astro. Wer schon etwas Funktionierendes hat: beibehalten. Wer in Gatsby steckt: Migrationsplan schreiben.